Was ist Gott?

Posted by mac on June 4, 2011

Hier ein Text, den ich am 05.02.2003 geschrieben habe. Einer Zeit, wo ich noch gar kein Heilpraktiker war. Diesen Text habe ich heute beim Aufräumen gefunden.

Was ist Gott?

Allein schon diese Frage zeigt einen Teil der Antwort.

Denn normalerweise müsste die Frage lauten: Wer ist Gott?

Aber mit dem Wer implizieren wir doch schon, dass Gott etwas uns Ähnliches ist. Ein Jemand. Dabei sagt doch schon die Bibel: "Du sollst dir kein Abbild machen von meinem Antlitz".

Also Gott ist kein Wer!

Gott ist ein Zustand.

Zumindest ist dieser Begriff für uns verständlicher. Denn ein Zustand lebt nicht - denkt nicht. Einem Zustand reicht es, einfach zu sein. Der Zustand Gott ist ein Allsein. Alles zugleich sein.

Gott bist du. Dein Bruder. Deine Schwester.

Gott ist aber auch dein Feind. Dein Gegner. Dein Widersacher.

Gott ist auch der Stuhl, auf dem du gerade sitzt. Gott ist das der Bildschirm, in den du gerade schaust. Gott ist die Lampe, die den Raum erhellt. Gott ist das Licht, welches von der Lampe aus strahlt. Gott ist die Luft, die du atmest. Gott ist das Zimmer, das Haus, die Strasse, das Wohngebiet, die Gemeinde, die Stadt, das Land, die Erde, das Weltall, die Sterne.

Alles jetzt. Gott war und Gott ist immer. Gott ist zeitlos.

Alles dies steht schon in der Bibel. Jesus hat Gott erlebt. So, wie wir es alle können. Manche erleben Gott einfach so, als ein einmaliges Erlebnis. Manche meditieren jahrelang, um den Zustand der Erleuchtung zu erlangen. Der Moment, in dem man Gott spürt, in dem man Gott ist. Denn ein jeder von uns kann schon zu Lebzeiten erfahren, was Gott bedeutet.

Es ist ein atemberaubendes Gefühl von Eins-sein mit Allem. Mit Allem was ist, war und was sein wird. Ein Mönch schrieb einmal über sein Erwachen: "Ich hörte die Kirchturmglocke schlagen und einen Vogel zwitschern. Aus einmal war ich die Kirchturmglocke. Ich war der Klang der Glocke. Ich war die Luft, die diesen Klang übertrug. Gleichzeitig war ich der Vogel. Ich das Zwitschern, welches aus seiner Kehle klang. Ich war die Luft unter seinen Schwingen.".

Philosophisch wird dies auch als Singularität betrachtet. Wir leben in einer Welt des Dualismus. Es gibt immer ein Objekt und ein Subjekt. Ein Ich, welches das andere betrachtet. Wenn der Dualismus verschwindet, löst sich das Ich auf und verschmilzt mit dem Anderen. Gleichzeitig löst sich aber auch die Zeit auf, denn wenn alles zugleich Eins ist, dann verschwindet die Zeit. Ein wahrlich zeitloser Zustand.


Anmerkung von heute - Juli 2007:

Ein schöner Text. Oft und viel mit dem Wort Gott. Ein denkenswürdiges Wort. Gott.

Und dann handelt es noch von der Singularität - dem Eins-Sein. Bei meinen letzten Leben zwischen Leben Rückführungen, musste ich die Seelen immer wieder in den dualen Seelenzustand führen, damit in unserer Dualität geantwortet werden kann. Denn im Eins-Sein gibt es keine Fragen mehr, denn alle Antworten sind schon gegeben.

Alles Liebe.

Marcus, Meitingen 24.07.2007

Kommentare:

Posted by mac on
Mal gleich ein Kommentar zu diesem Text, den ich jetzt beim Übertragen meines Blogs gefunden habe.

In letzter Zeit häufen sich die wissenschaftlichen Versuche (und Erfolge) spirituelle Erfahrungen durch Gehirnstimulation auszulösen. Manch einer denkt dabei gleich, "schau, da erledigt die Wissenschaft den nächten Irrglauben".

Mir fällt bei solchen Gedanken immer ein Auszug aus dem Buch: - Why God won't go away (Andrwe Newberg et al) ein. Hier kommt der für mich denkwürdige Satz: ein Neurologe kann zwar feststellen, welche Gehirnbereiche aktiv sind, wenn jemand eine Banane ist. Er kann daher auch sagen, "jetzt isst der Untersuchende wohl eine Banane", aber er kann nicht unterscheiden, ob dies nun tatsächlich gerade passiert, oder ob man es sich nur vorstellt. Zumindest nicht in letzter Konsequenz. Damit ergeben sich alle wissenschaftlichen Erklärungen als höchst spannend, da sie Symptome nachweisen. Aber worauf diese Symtome letztendlich beruhen, ob es sie wirklich gibt, oder es alles nur eine Vorstellung ist. können wir nicht erklären. Und schon sind wir wieder bei Platon: Wir sitzen nur in einer Höhle und versuchen an Hand der Schatten an der Wand die Wirklichkeit zu erkennen.

Oder wie sagt der Meister zum Schüler, als dieser den Meister des Nachts gebeugt über eine Schüssel mit Wasser sah? Der Schüler fragte ihn: "Aber Meister, was macht ihr da nur?". Daraufhin antwortete der Meister, "Ich betrachte den Mond.". Da lacht der Schüler und sagt, "Aber Meister, dann schaut doch einfach nach oben und schaut den Mond direkt an.".
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